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Das Sakrament der Stärkung von Menschen


Abt Nikolaus spendete am 7.6.26 in Enzersfeld 15 Buben und Mädchen die Firmung. Die Jugendlichen kommen aus Enzersfeld, Flandorf, Hagenbrunn, Klein-Engersdorf, Königsbrunn und Stetten. Die Feuerwehrmusik Enzersfeld, Bürgermeister Friedrich Vinzens und Vizebürgermeisterin Helga Ronge begrüßten Abt Nikolaus und die Firmlinge aus den beiden Pfarren Enzersfeld und Klein-Engersdorf vor dem Pfarrhof. 

In seiner Predigt ging Abt Nikolaus auf das Wesen des Menschen ein. Wie unterscheidet sich der Mensch von einer Maschine? Was ist sein Wert? Welche Rolle spielt dabei die Religion? Wie kann das Wirken des Heiligen Geistes unser Leben prägen?

"Mit künstlicher Intelligenz können Texte geschrieben werden, die ganz eindrücklich. Gefühle artikulieren und doch empfindet sie nichts. Es können wunderbare Liebesbriefe geschrieben werden und doch wird dieser Computer nie lieben können. Er kann Trost spenden durch Texte und doch wird er nie Schmerz empfinden. … Der Mensch als ganz einzigartige Person, nicht nur als ein funktionierendes System nicht nur einfach als einen Datensatz, nicht nur so austauschbar wie eben ein Computerchip austauschbar ist … . Und das ist auch die Zusage unseres Glaubens und heute auch der Firmung: …Du bist etwas ganz Einmaliges, Unverwechselbares, unendlich Wertvolles, tausendmal mehr, ja unendlich viel mehr als eine Maschine.
Du hast ein Herz, du hast Gefühle, du kannst lieben, du kannst Freundschaft pflegen zu anderen Menschen.
Was ist das für ein Reichtum des Menschen? Und im Glauben sagen wir, du bist ein geliebtes Kind Gottes. Du hast einen unendlichen Wert und einen Namen. Der Name, der ja auch bei der Firmung genannt wird, besagt, dass wir nicht einfach eine Nummer sind, nicht einfach 0815 oder 4711 oder was immer auch, sondern jeder Mensch hat für Gott einen Namen, damit ist eine Beziehung, eine Freundschaft mit Gott angedeutet. … So feiern wir heute dieses Fest des Glaubens, eure Firmung. Und ich wünsche euch da wirklich, dass ihr die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, dass ihr innerlich brennt, so wie die Apostel in der Pfingsterzählung, die wir als erste Lesung gehört haben.
Dass ihr Vollhoffnung euren Weg geht, möglicherweise auch gegen Widerstände und dass ihr diesen liebevollen Blick Jesu auf euch spürt und dass dieser liebevolle Blick für andere Menschen auch euer Leben auszeichnet." (Abt Nikolaus Poch OSB in seiner Predigt)

 

Audioaufnahme der Predigt

 

Im Anschluss an die Festmesse, die vom Chorus Partus Mariae und der Band “Mixed Melodians” begleitet wurde, fanden sich alle Feiernden zu einem großen Pfarrcafé im Pfarrhofgarten ein. Das schöne Wetter bot den passenden Rahmen für die Fotos der Firmlinge mit ihren Familien, die von Andreas Scheifer geschossen wurden.

Die Predigt im Wortlaut

Liebe Firmkandidaten und Firmkandidatinnen, Partner und Partnerinnen, Familien, die heute zusammengekommen sind, liebe Gemeinde hier, kaum etwas wird in unserer Zeit so intensiv diskutiert wie die künstliche Intelligenz. Es ist ja tatsächlich unglaublich, was man damit alles machen kann.
Welche Fragen sie beantworten kann, welche Texte man damit verfassen kann, was für Bilder sie generieren kann, von denen man dann keine Ahnung hat, ob das echt ist oder nicht. Es gibt ganz verblüffende Bilder, die dann durch die verschiedenen sozialen Medien kursieren. Filme.
Echt oder nicht? Auf der einen Seite ganz toll, was hier an Möglichkeiten auftaucht, auch in wissenschaftlicher Hinsicht, Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Medizin auch ein ganz großer Fortschritt. Zugleich aber, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich überkommt da schon auch ein mulmiges Gefühl.
Was bedeutet das für unsere Zukunft als Menschen? Am Pfingstmontag hat Papst Leo seine erste Enzyklika veröffentlicht, genau zu diesem. Thema. Magnifica Humanitas heißt sie. Und da hat er sich dieser Möglichkeit der künstlichen Intelligenz gewidmet, hat beschrieben, welche großen Hoffnungen damit verbunden sind, aber auch vor den Gefahren gewarnt.
Gefahren, die uns als einzelne Menschen betreffen, Stichwort der gläserne Mensch, wenn alles durchleuchtet wird, wenn
überall Kameras stehen und mit künstlicher Intelligenz über Gesichtserkennung zusammengeführt werden, wo dann jeder Einzelne verfolgbar ist, was das auch für eine Gesellschaft bedeutet, für eine demokratische Gesellschaft, welche Strukturen da aber dann im Hintergrund laufen,
wo einige wenige Menschen dann das Geschick der Menschheit bestimmen können und dann natürlich ganz stark und das ist eine enorme Gefahr für die ganze Menschheit, wenn diese künstliche Intelligenz mit Waffensystemen gekoppelt wird, wo Maschinen dann das Leben von Menschen entscheiden, wo Algorithmen entscheiden, wo welche vernichtende Kraft niedergeht.
Papst Leo hat sehr eindringlich formuliert, entwaffnet die künstliche Intelligenz, denn hier sind wirklich ganz schreckliche Vorahnungen durchaus berechtigt. Wenn man all das sieht, dann ist natürlich eine Frage, die die Menschheit schon seit Jahrhunderten beschäftigt, noch einmal auf den Punkt gebracht, nämlich, was unterscheidet uns als Menschen von einer Maschine? Jetzt natürlich noch einmal zugespitzt durch die künstliche Intelligenz.
Was ist das spezifisch Menschliche? Wenn wir auf eine Maschine schauen, auf einen Computer schauen, auf die künstliche Intelligenz, dann können wir sagen, ja, eine Maschine oder auch ein Computer bleibt kalt.
Mit künstlicher Intelligenz können Texte geschrieben werden, die ganz eindrücklich. Gefühle artikulieren und doch empfindet sie nichts. Es können wunderbare Liebesbriefe geschrieben werden und doch wird dieser Computer nie lieben können. Er kann Trost spenden durch Texte und doch wird er nie Schmerz empfinden.
Es bleibt doch ein großes Unbehagen, was das bedeutet. Und auf dieser Negativ- folie der künstlichen Intelligenz wird dann deutlich, was der Mensch ist.
Der Mensch als ganz einzigartige Person, nicht nur als ein funktionierendes System nicht nur einfach als einen Datensatz, nicht nur so austauschbar wie eben ein Computerchip austauschbar ist, sondern als etwas Einzigartiges und endlich Wertvolles. Und das ist auch die Zusage unseres Glaubens und heute auch der Firmung. Du, und wir schauen jetzt auf die jungen Menschen, die hier sitzen, du bist etwas ganz Einmaliges, Unverwechselbares, unendlich Wertvolles, tausendmal mehr, ja unendlich viel mehr als eine Maschine.
Du hast ein Herz, du hast Gefühle, du kannst lieben, du kannst Freundschaft pflegen zu anderen Menschen.
Was ist das für ein Reichtum des Menschen? Und im Glauben sagen wir, du bist ein Kind Gottes, ein geliebtes Kind Gottes. Du hast einen unendlichen Wert und einen Namen. Der Name, der ja auch bei der Firmung genannt wird, besagt, dass wir nicht einfach eine Nummer sind, nicht einfach 0815 oder 4711 oder was immer auch, sondern jeder Mensch hat für Gott einen Namen, damit ist eine Beziehung, eine Freundschaft mit Gott angedeutet.
Und heute wird in dieser Beziehung gestärkt. Gott sagt zu dir, ja ich bin mit dir auf dem Weg deines Lebens. Ich bin mit dir in den wunderbaren Momenten, Wenn du voller Dankbarkeit bist, wenn du spürst, was für ein Geschenk dein Leben ist, wenn du in Freundschaft und Liebe mit anderen verbunden bist.
Aber ich bin auch mit dir in den dunklen Stunden deines Lebens, wenn du zweifelst, wenn du traurig bist, wenn du nicht weiter weißt. Ich bin mit dir und ich stärke dich mit meinem Heiligen Geist.
Wenn wir auf die Bibelstellen schauen, die uns heute in unserem Gottesdienst vorgelesen wurden, möchte ich zwei Aspekte herausgreifen. Der Firmling, der die zweite Lesung so schön gelesen hat, hat angefangen mit dem Satz Gegen all die Hoffnung hat Abraham voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde.
Das ist auch etwas, was uns total von, sagen wir, künstlicher Intelligenz unterscheidet, die Hoffnung. Die künstliche Intelligenz, die agiert mit Wahrscheinlichkeiten. Hätte Abraham so an einer Wahrscheinlichkeitshypothese gearbeitet, ja, dann hätte er sich nie auf den.
Weg machen dürfen. Aber in ihm war etwas anderes lebendig. Ihm war der Glaube lebendig. Der Glaube darauf, dass Gott mit ihm ist, dass Gott ihn führt und dass Gott seine Zusage, sein Versprechen einhält. Und aus diesem Glauben heraus hat er sich wirklich voll Hoffnung auf den Weg gemacht.
Und das wünsche ich auch euch, dass ihr nicht nur nach Wahrscheinlichkeiten agiert und euer Pfähnchen nicht nur nach dem Wind richtet, sondern dass in euch die Hoffnung des Glaubens lebendig ist. Dass ihr spürt, wie sehr Gott euch liebt, dass ihr eure Berufung kennt und möglicherweise auch gegen Widerstände euren Weg geht. Dass ihr aus dem Glauben an Gott so eine innere Kraft habt, dass ihr dem, was ihr für richtig haltet oder wo euer Herz euch auch hinzieht, dass ihr dem tatsächlich folgen könnt.
Voll Hoffnung wünsche ich euch, dass ihr euren. Weg gehen könnt. Als junge Christen, als Menschen, die aus diesem Glauben leben wollen, als Menschen, die ihr Vertrauen auf Gott setzen.
Und ein zweites möchte ich dem Evangelium entnehmen. Ihr erinnert euch, das handelte von der. Berufung des Matthäus. Dieser Matthäus war zwar reich, aber von anderen verachtet. Das hat Jesus gespürt, denn als er dann mit dem beisammen war, haben sich alle darüber aufgeregt. Aber Jesus hat den Menschen nicht verachtet.
Jesus hat in ihm gesehen, das Gute und den guten Kern und voller Liebe hat er ihn aufgenommen, hat er ihn in seine Gemeinschaft mit hineingenommen. Ich glaube, das ist auch etwas, was uns von einer Maschine unterscheidet. Eben die Liebe, nicht nur das reine Zweckdenken, sondern das Wohlwollen und wie wir hier hören auch die Barmherzigkeit.
Jesus hat ja den Matthäus da zu sich aufgenommen und dabei aber eben auch ein Beispiel gegeben, wie wir miteinander umgehen können. Und auch etwas gesagt, was für uns auch total wichtig ist, nämlich, ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.
Niemand muss vor Gott schon perfekt sein. Jesus ist nicht gekommen, um die, in deren Leben eh schon alles in Ordnung war, zu holen. Gerade mit denen hat er sogar ziemliche Schwierigkeiten gehabt, weil die oft ziemlich selbstherrlich aufgetreten sind und selbstgerecht.
Jesus hat großes Verständnis gehabt für Menschen, in deren Leben es Brüche gab, in deren Leben eben nicht schon alles perfekt war, die, wie wir eben sagen, auch Sünder waren, weil manches schief gelaufen ist in ihrem Leben. Und doch, Jesus hat sie mit einem herzigen Blick angeschaut, mit einem Blick voller Liebe und er wollte gerade sie rufen und wollte gerade sie in seiner Nähe haben, in seiner Gemeinschaft.
Das sagt einerseits viel über uns aus, weil auch wir mit unseren Schwächen und. Fehlern in Gottes Nähe gerufen sind. Aber es gibt auch uns den Auftrag mit, wie wir auf andere zugehen sollen, nicht von oben herab, sondern mit einer großen. Liebe und Barmherzigkeit.
Das wünsche ich euch auch am Tag eurer Firmung, dass ihr diesen liebevollen Blick Jesu einerseits für euch selbst erkennt, dass Jesus euch ruft, aber dass ihr mit diesem Blick auch auf andere zugehen könnt, dass ihr mit diesem Blick niemanden verurteilt, sondern Menschen nahe sein könnt und sie dadurch auch weiterführen könnt. So feiern wir heute dieses Fest des Glaubens, eure Firmung. Und ich wünsche euch da wirklich, dass ihr die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, dass ihr innerlich brennt, so wie die Apostel in der Pfingsterzählung, die wir als erste Lesung gehört haben.
Dass ihr Vollhoffnung euren Weg geht, möglicherweise auch gegen Widerstände und dass ihr diesen liebevollen Blick Jesu auf euch spürt und dass dieser liebevolle Blick für andere Menschen auch euer Leben auszeichnet.
 

 

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