Aufnahme Mariens in den Himmel und das Patrozinium des Hl. Laurentius - zwei Feste waren Anlass für die Feuerwehr Flandorf, um zur Liturgie und zum Frühschoppen einzuladen. Auf dem Platz vor dem Kriegerdenkmal feierte die Pfarre mit den Kameraden aus verschiedenen Dörfern am 15.8.26 die Hl. Messe. Es war das 35. Feuerwehrfest, das heuer schon am Vorabend begann. Oberbrandinspektor Rudolf Simanek war im Jänner 2026 zum Feuerwehrkommandanten gewählt worden und damit Ehrenoberbrandinspektor Herbert Fischer nachgefolgt. Beide wurden am Feuerwehrfest ausgezeichnet. Herbert Fischer hatte 30 Jahre die Feuerwehr geleitet und seine erste Tat war damals die Neuanschaffung eines Fahrzeuges gewesen. Rudolf Simanek war schon in die Zusammenstellung der Ausstattung des neuen HLFA2 eingebunden worden, dass nach der Hl. Messe gesegnet wurde. Das Hilfeleistungsfahrzeug ist für technische und Löscheinsätze geeignet, passend für eine Feuerwehr von 47 Mitgliedern, die nicht über einen großen Fuhrpark verfügt. Die Ehrenwache neben dem Feuerwehrauto übernahmen während der Feier dieselben, die sie schon vor dreißig Jahren bei der damaligen Neuanschaffung innegehabt hatten. Musikanten der Blasmusik Hagenbrunn und der Blasmusik Stammersdorf spielt während der Hl. Messe und während des Frühschoppens.
Sobald das Wetter im Frühling schön wird, sieht man häufig Radfahrer, die von Bisamberg über Flandorf und Enzersfeld ins Kreuttal fahren. In der Früh kann man in den Dörfern Läufer beobachten, die die morgentliche Frische genießen. Die Arbeit im Garten und in der Landwirtschaft braucht genauso wie der Sport einen gesunden Menschen und die Bewegung hält ihn gesund. Beweglichkeit und Hygiene spielt eine wichtige Rolle im Alltag, um die Lebensqualität hoch zu halten. Das wirkt sich auf den Geist des Menschen aus, wenn er seinen Körper so gut als möglich gesund hält. Der römische Dichter Juvenal gibt das Motto in seinen Satiren. Es ist sinnvoll darum zu beten, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei: „mens sana in corpore sano“.
Der Mensch ist ein Ganzes, deshalb achten wir unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele. In den Psalmen zeigt sich das Staunen über die Schönheit der Schöpfung: „Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkst... Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, Du hast ihn gekrönt mit Herrlichkeit und Pracht.“ (Ps 8,5-6) Das ist ein Geschenk Gottes, wie Er uns geschaffen hat – mit den körperlichen, geistigen und seelischen Fähigkeiten. So respektieren wir uns selbst und den Nächsten als Geschenk Gottes, als Seine wunderbare Schöpfung. Dieser Gedanke hat sich im heutigen Fest niedergeschlagen: die Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele. Gerade Maria, die Jesus Christus unter ihrem Herzen getragen hat, erfährt die Verehrung der Kirche. Christus selbst nahm Seine Mutter in die Herrlichkeit des Himmels auf – als ganzen Menschen, so wie Er als ganzer Mensch auferstanden ist. Das Christentum hat sich immer gegen eine einseitige Sicht des Menschen gewehrt. Der Mensch ist nicht nur Seele oder Geist, er ist von Gott wunderbar als Ganzer erwählt.
Die Feuerwehr rettet Leib und Leben auf ihren Einsätzen. Da geht es genauso um den ganzen Menschen. Die Kameraden sorgen dafür, dass der Mensch möglichst unversehrt bleibt, wenn ihn ein schweres Ereignis trifft, sei es ein Unfall, ein Brand oder eine Naturgewalt. Bei den Einsätzen sorgen sich die Kameraden darum, dass der Mensch seine Würde behält. Sie sind höflich, freundlich, sie achten aufeinander und auf die Menschen, die ihnen anvertraut sind. Heute sorgen sie sich um das leibliche Wohl ihrer Gäste und um eine gute Stimmung der Seele, weil die Flandorfer uns zum Kirtag einladen.
Der Patron unseres Dorfes ist der Hl. Laurentius, der sein Fest am 10. August feiert. Er achtete sich selbst, dass er sich nicht dem heidnischen Herrscher verkaufte. Er blieb Christus treu, auch wenn er sein Leben einbüßte. Der Hl. Laurentius wusste, dass der Herrscher ihm nicht nehmen kann, was ihm Gott geschenkt hat: das ewige Leben. In Flandorf begehen wir diese schöne Tradition, die Maria, Laurentius und die Feuerwehrkameraden miteinander verbindet. Sie zeigt uns, welch schöne Berufung wir als Christen tragen dürfen: Wir sind berufen von Gott zu einem heiligen Leben, das die Freude über die Schönheit der Welt teilt und das sich ausstreckt nach dem ewigen Leben bei unserem Schöpfer und Seinen Heiligen. Amen.