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"Schönheit und Ruhe" - das Vorbild Mariens


Die Maiandachten in der Maria-Lourdes-Grotte von Bisamberg werden jedes Jahr im Mai von den Pfarren des Dekanats Korneuburg gehalten. Am 20.5.24, dem Pfingsmontag, pilgerten Gläubige von Enzersfeld über Königsbrunn, Hagenbrunn und Klein-Engersdorf zur Lourdes-Grotte und vereinten sich mit den zahlreichen anderen Angereisten zum gemeinsamen Gebet. 

Die Grotte war 1934 angelegt worden, wobei man zwei Steine aus dem französischen Wallfahrtsort Lourdes eingebaut hatte (s. Foto rechts: Weicht Johann und seine Schwester Rosemarie Wannenmacher beim Lourdesstein, ihre Eltern hatten bei der Errichtung der Grotte mitgeholfen). Die Kinder des Ehepaars Weicht zeigen auf dem Foto (rechts) auf einen der Steine. In Lourdes war die Gottesmutter der jugendlichen Bernadette 1858 mehrmals erschienen. Der österreichische Autor Franz Werfel veröffentlichte den berühmten Roman “Das Lied der Bernadette”, dankbar für seine gelungene Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschen Reich.

In der Maiandacht richteten die Gläubigen ihre Aufmerksamkeit auf das Leben Mariens, die durch ihr Ja zur Berufung der Gottesmutter vielen Menschen den Weg zu Gott geöffnet hat. Die Schönheit und Ruhe der Grotte vermittelt eine besinnliche Stimmung des Gebets und Nachdenkens.

Gedanken aus der Predigt

Die Maiandachten rücken Maria in das Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Hier mitten in der Natur ist die Lourdesgrotte ein besonderer Ort der Ruhe und der Schönheit. Diese zwei Eigenschaften begegnen uns in den Evangelien, die von Maria berichten: die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, die Geburt in Betlehem, die Hochzeit zu Kana. Hier kann man aber zu Recht einwenden: Ist die Flucht nach Ägypten vor dem herrschsüchtigen Herodes nicht ein Zeichen der Unruhe? Oder wo ist die Ruhe, als Maria und Josef „mit Schmerzen“ den zwölfjährigen Jesus im Tempel suchten? Wer würde die Kreuzigung als einen ruhigen Moment betrachten, wo Jesus unter der Gewalt der Römer und der Hohenpriester litt?

Überall dort war Maria anwesend, nicht unbeteiligt, sondern voller Mitgefühl. Die Überraschungen, die sie mit ihrem Sohn, dem Gottmenschen, erlebte, brachten sie zum Nachdenken. Da merken wir, dass sie innerlich ruht – trotz der äußeren Wellen, obwohl es ihr schwerfiel, die Worte Jesu und sein Handeln zu verstehen: „Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen.“ (Lk 2,51) Ihr guter Wille ist spürbar, wenn Lukas wiederholt berichtet: „Maria bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“ (Lk 2,19) 

Gott nimmt den Menschen in Sein Vertrauen, der Ihm vertraut. Das zeichnet Maria aus –   das Gottvertrauen: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38)

Gott nimmt uns in Sein Vertrauen. Er wurde Mensch, damit wir Sein Geheimnis tiefer erfassen können. Geheimnis bedeutet nicht, dass niemand davon gehört hat, sondern dass man als Mensch hineinwächst, es immer mehr durchdringt. Eigentlich müssten wir sagen, dass Gott uns immer mehr in Sein Geheimnis hineinzieht: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.“ (Lk 10,21) 

Das Geheimnis Gottes nennt man im Griechischen Mysterion. Mit diesem Wort werden die Sakramente bezeichnet, das geheimnisvolle Wirken Gottes in unserem Leben. Wir spüren, dass wir wie Unmündige durch das Leben gehen. Bei all der Lebenserfahrung, die wir ansammeln, stehen wir immer wieder vor Rätseln, Zweifeln, die das Gefühl der Hilflosigkeit, der Verzagtheit aufkommen lassen. Lukas, der Evangelist, hatte sich als Arzt viel mit dem Geheimnis des Menschen befasst: Was ist Gesundheit des Leibes und der Seele? Wie reagiert der Mensch, wie agiert er? Wie kann man ihm helfen? In den Worten Jesu und in Seinem Wirken fand Lukas eine Antwort: Gott nahm Lukas in Sein Vertrauen, als Er ihm den Glauben an Christus schenkte. Dieses Geschenk, diese Gnade brachte das Leben des Lukas zum Blühen, weil Er die Schönheit der Gottesliebe erfassen konnte. Sein Evangelium ist strahlt von der Liebe zu Christus, dem er all seine schriftstellerischen Fähigkeiten widmet. So wird der Mensch von innen schön: Er glänzt durch die Gnade Gottes. Das spürt man in seinem Umgang, in seinen Augen, in seinem Sprechen und Handeln. Auch wenn wir unmündig sind, fehlerhaft, auch wenn wir immer wieder in Sünde fallen, Jesus Christus zieht uns mit Seiner gütigen Hand heraus. Das gehört ebenso zu Seinem geheimnisvollen Wirken, das Lukas im Evangelium beschreibt. Christus heilt uns und macht uns schön. So wirkte Er schon in Maria, die Er zu Seiner Mutter erwählt hatte. Sie war schön, weil sie erwählt war und die Erwählung angenommen hatte: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn.“ 

Die Schönheit und Ruhe der Gottesmutter wird uns deutlich an diesem Ort vor Augen gestellt. Auch die Gebete, die wir sprechen, die Lauretanische Litanei, vertiefen diese Gedanken: Der Namen „elfenbeinener Turm“ stammt aus dem Hohen Lied der Liebe. Sie wird die reinste Mutter genannt. Das Gebet bezeichnet Maria als geistliches Gefäß, weil sie den Schatz des Glaubens in sie trägt, wie der Hl. Paulus von den Christen sagt.

Schönheit und Ruhe – das erbitten wir uns von Gott, weil sie Zeichen der tiefsten Gottverbundenheit sind. Amen. 

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